Verbindlichkeit

„Sind Sie interessiert am Erfolg?“

Immer wieder stelle ich diese Frage. Egal ob Teilnehmern bei Vorträgen, bei Seminaren, oder bei meinem PEP, dem individuellen Begleitprogramm  für Potenzialmitarbeiter. Fast 100 Prozent der Befragten beantworten die Frage mit einem klaren „Ja!“. Das ist doch schon mal ein guter Start, könnte man meinen. Dann sind alle am rechten Platz, zur rechten Zeit und wir erforschen und experimentieren die entsprechenden Methoden, um die gesetzten Ziele zu erreichen. Und ja, wir haben vorwiegend viel Spaß dabei und merken, dass mit etwas Engagement doch tatsächlich Situationen anders bewerkstelligt werden können als zuvor. Auch die Seminarrückmeldungen und Feedbacks der Begleitungen sind vorwiegend auf sehr hohem Niveau, so dass die Vermittlung durchaus seinen Mehrwert bietet. Was ist häufig das Ende des Lieds? Zurück in der Praxis, geht´s bei einem Großteil der Teilnehmer so weiter wie zuvor! Da stellt sich doch berechtigterweise die Frage: Woran liegt das?

Aussagen von Beteiligten

Lassen Sie uns gängige Aussagen von Teilnehmern genauer unter die Lupe nehmen. Einige sagen in der Schlussrunde, wenn es um die persönliche Zielsetzung geht: „Das war mal wieder richtig wertvoll. So etwas sollte man öfter machen!“ „Es ist gut so etwas immer wieder zu hören.“ „Eigentlich lohnt sich das schon, da dran zu bleiben.“ „Doch, ich glaube fest daran, dass ich das umsetzen werde!“ „Ich schau mal, wie und wo ich das im Alltag nutzen kann.“ Vielleicht kommen Ihnen diese Aussagen auch bekannt vor. In einem vorherigen Beitrag bin ich auf die 70-20-10 Quote eingegangen. Das spiegelt sich hier klar wieder. Und es erklärt auch das Statement: „Sind Sie interessiert am Erfolg?“.

Interesse heißt …

Interesse heißt: „Es wäre nicht schlecht“. Heißt: „Ich schau mal, was passiert …“, oder: Der Mensch macht das, was praktisch ist. Klar wäre es toll, erfolgreich, gesund, fit, entspannt, kraftvoll, vermögend zu sein, aber INTERESSE reicht dafür einfach nicht aus. Es bleibt beim Interesse und somit beim „Alten“. Wörter wie“ eigentlich“, „man“, „wäre nicht schlecht“, „schau´n wir mal“, „abwarten“, „versuchen“, „hätte“, „sollte“ und „muß“ spiegeln diese Grundhaltung wider. Ich erlebe diese Menschen im Alltag so, dass Sie eher an der Oberfläche des Geschehens teilnehmen. Sich in der bekannten Comfortzone bewegen und mit Gleichgesinnten das Lied des Interesses singen. „Alles schwierig!“, „Geht so nicht!“ und „Mein Alltag ist eh ganz anders!“ bis hin zu „Sie verstehen nicht …“ Tadeln, anklagen und rechtfertigen, festgefahren in der Comfortzone. Mit begrenzenden Resultaten.

Die Resultate

Die Resultate? Nach einiger Zeit flammt erneutes Interesse auf, denn eigentlich wäre es nicht schlecht, wenn´s anders wäre. Dann entdeckt der Mensch eine neue Diät, einen neuen Vortrag über Persönlichkeitsentwicklung, ein neues Buch,  eine neue Stressmanagement-Methode. Mit viel Engagement und Interesse packt er es an, ist ernsthaft interessiert. Je tiefer er eintaucht, je länger er sich mit der Methode beschäftigt, umso mehr schwindet seine Motivation und (altbekannte) Muster (Zweifel und Ausreden) machen sich breit und die Comfortzone schlägt gnadenlos zu. Umschlingt den Menschen und hält ihn gefesselt in seinen altbewährten Verhaltensmustern. Dabei wäre es doch zu schön, wenn … Naja, beim nächsten Mal …

Und wenn Sie nicht nur interessiert sind, in Teil zwei geht´s weiter …